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Die Bundesregierung hat nunmehr per Gesetzesentwurf beschlossen, was in manchen Ländern bislang nur halbherzig praktiziert wurde: Ein Korruptionsregister soll vor jedem öffentlichen Auftrag Auskunft geben, ob ein Unternehmen zuvor strafrechtliche Probleme hatte. Was sich als Kampf gegen die Korruption von der Bundesregierung publikumswirksam vermarkten lässt, hat die Potenz, Unternehmen zu ruinieren. Die strafrechtliche Involvierung eines Managers kann zu einem kompletten Ausschluss eines Unternehmens bei der öffentlichen Auftragsvergabe führen. Die Detailregelungen sind noch nicht bekannt, die bislang vorliegenden Regelungen einzelner Länder waren für jeden Unternehmer schon ein deutliches Warnzeichen (s. hierzu das jüngst in 2. Aufl. erschienene Werk der Strafverteidiger Sommer/Schmitz, Korruptionsstrafrecht 2017, S. 232 ff.). Vermeidungsstrategien strafrechtlicher Verfahren dürften in vielen Vorständen nunmehr weit oben auf der Agenda stehen.