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Der Vorwurf der Untreue spielt in Wirtschaftsstrafverfahren eine zentrale Rolle. Oder pointiert formuliert: „§ 266 StGB passt immer.“ (Ransiek, ZStW 2004, 634). Die Klage „Sofern nicht einer der klassischen alten Fälle der Untreue vorliegt, weiß kein Gericht und Anklagebehörde, ob § 266 StGB vorliegt oder nicht“ (Mayer, Materialien zur Strafrechtsreform, Bd. 1, 1954, S. 337) scheint immer noch aktuell, wenn man die Diskussionen über spektakuläre Fälle verfolgt, die Medien und Öffentlichkeit elektrisieren, aber auch schwierige dogmatische Fragen in grelles Scheinwerferlicht rücken: „Mannesmann- Vodafone“, „Kohl“, „Kanther“ und „Siemens“ mögen als Stichworte genügen. Die „Finanzkrise“ wird ebenfalls immer noch ganz wesentlich mit Untreue-Vorwürfen aufgearbeitet.